Vöglein, Vöglein

vögel_astVögel gelten seit alters her wegen ihres Fluges als dem Himmel verwandt, als Mittler zwischen Himmel und Erde, als Verkörperungen des Immateriellen, namentlich der Seele. Im Taoismus z.B. stellte man sich die Unsterblichen in Gestalt von Vögeln vor. Verbreitet war die Auffassung, die Seele verlasse nach dem Tod den physichen Körper als Vogel. Sehr viele Religionen kennen himmlische Wesen mit Flügeln oder in Vogelgestalt, z.B. Engel (Cherub, Seraph) oder Eroten. Der Koran spricht von Vögeln im sinnbildlichen Zusammenhang sowohl mit dem Schicksal wie mit der Unsterblichkeit. Vögel bevölkern in verschiedenen Mythologien des Abendlandes, aber auch Indiens, als geistig-seelische Zwischenwesen oder als Seelen Verstorbener den Weltenbaum (Baum); die Upanischaden z.B. sprechen in diesem Zusammenhang von zwei Vögeln: einem, der die Früchte des Weltenbaumes frißt – Symbol der aktiven Individual-Seele, und einem Vogel, der nicht frißt, sondern nur schaut – Symbol des absoluten Geistes und der reinen Erkenntnis. Die Vorstellung von einer engen Verbindung der Vögel zu göttlichen Mächten liegt auch der Bedeutung zugrunde, die man der Weisungskraft des Vogelfluges, z.B. in Rom, beimaß. In Afrika begegnen Vögel häufig als Symbole der Lebenskraft, verschiedentlich im Kampf mit der Schlange, die dann den Tod oder verderben bringende Mächte symbolisiert. In der Kunst des frühen Christentums erscheinen Vögel als Symbole der geretteten Seelen. Die psychoanalytische Traumdeutung sieht im Vogel oft ein Symbol für die Person des Träumenden.

stephanie

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